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April: Hello Hearts!

von Susanne Kaloff
am
APRIL MUST READ 

Kolumnistin Susanne Kaloff macht sich ab sofort jeden Monat ein paar Gedanken für uns, wie die Tage und Nächte süßer werden. Also theoretisch jedenfalls.

 Jeden Monat was dazugelernt: Von Zollbeamten, Kleidern, die nach Mottenkugeln stinken und dem neuen Album, von dem Mann mit den Flusen auf dem Kopf.

 

  1. Mein kleines Mantra des Monats gleich mal an den Anfang gestellt, damit alle anderen rechtzeitig die Chance haben, es besser zu machen als ich Schaf: Morgen mache ich bessere Fehler. Vor Jahren schon wollte ich mir diesen schlichten Satz auf mein Handgelenk tätowieren lassen, hätte ich es bloß mal getan!
  1. Dann hätte ich meine kostbare Lebenszeit vielleicht nicht schon wieder in der Koreastrasse beim Hamburger Zollamt verbracht. Ich hatte ein Kleid bestellt in Paradise Valley. Das ist kein Designer Online Shop, sondern eine US-amerikanische Kleinstadt in Arizona. Sie hat etwa 14.300 Einwohner. Einer dieser Einwohner heißt Diane, die in dem kreativen Onlinestore Etsy einen bodenlangen Vintage Kaftan aus Indien anbot, der aus den Siebzigern stammt. Exakt so roch er auch, als ich ihn endlich dem Zollbeamten aus den Händen gerissen hatte, nachdem ich auf den Verkaufspreis von 250,- Dollar noch Steuern von 77,- Euro zahlen musste. Ich habe also nun einen Lappen für, Moment, ich addiere das mal eben für Sie, 327,- Tacken an den Hacken.
  1. Gut, ab morgen sind solche Faxen ja dann passé. Das Problem, das ich zurzeit habe, ist aber eigentlich ganz menschlich und nennt sich Kompensation. In der Psychologie ist Kompensation der Ausgleich von Mängeln durch andere Fähigkeiten. Weil ich an manchen Tagen einfach unfähig bin, die leeren Seiten meines zu schreibenden Buches zu füllen, fülle ich als Ersatzhandlung meinen Kleiderschrank mit Unikaten. Also nicht wundern, wenn ich diesen Sommer kuriose Kreationen tragen werde, wie beispielsweise das muffige Senorita Kleid mit Papageien Print aus Brooklyn, das mir vierzehn Nummern zu groß ist.
  1. Sich bizarr zu kleiden, ist kein Verbrechen. Vielleicht ist das auch eine Frage des Alters. Schauen wir uns beispielsweise mal den guten alten Jamiroquai an. Er trägt unbeirrt Dinge (Federn, Pelz, Leuchtsterne) auf dem Kopf und hat soeben, nach sieben Jahren, ein neues Album (Automaton) veröffentlicht. Habe nur mal kurz rein gehört, musste es aber abrupt beenden, weil dieser Acid Jazz Europop Funk so nervenzerrüttend war. Liegt sicher an meinem Alter. Hmmh, komisch, ist Jamiroquai nicht der gleiche Jahrgang wie ich?
  1. Ich höre lieber Conrad vom neuen SOHN Album Rennen. Ach ja, und mein ständiger Begleiter im April heißt Show you The Way von Thundercat. Und für all die anderen Tage: I hear a Symphony von The Supremes. Das ist noch älter als meine Garderobe, aber stinkt nicht.

3 Kommentare

Liebe Frau Darimont, falls Frau Kaloff noch nicht alles gekauft hat, bin ich auch interessiert.

von Sabine am 25.04.17

Wir müssen uns treffen, liebe Frau Darimont! :))

von Suse am 18.04.17

Hätte ein paar teile von YSL Vintage günstig verkaufen und stinken garniert nicht !!

von Marion Darimont am 17.04.17

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